Forum

  Nachrichten
Kommunalpolitik
Politik
Umwelt
Kultur
Stattzeitung aktuell
Sport
Nürtingen global
Jugend
Personalia
Verkehr
Arbeitswelt
Soziales
Geschichte
Bauen
Presseschau
Wirtschaft
Kurznachrichten
Zukunftsfähiges NT
NTegration
Veranstaltungstipp
Foto der Woche
EssBar
LesBar

  
Terminkalender
Veranstaltungen
Ausstellungen

  
Kulturtipps
Kneipentest
Bücher
Filme
Musik
Lyrik
Reisen
Hörbücher
NTouren
NThörBar
Musikmachende

  Schatzkästle
Fotogalerie
Fortsetzungsroman
Links
Was kochsch du?
Gabi Zapf (Roman)
Fundgrube
Rundschlag
Jahreszeiten
Hausmittel

  Über uns


 


Forum Nürtinger Stattzeitung


 
"Das Land braucht Quäker statt Quaker" - zum Thema "Sichere Herkunftsländer für Roma" (21.09.2014 23:24)
Das Land braucht Quäker statt Quaker

Haben Sie einmal darüber nachgedacht, ob sich die Bundesrepublik Deutschland angesichts der deutschen Geschichte mit Blick auf den Balkan dieselbe Asylpolitik erlaubte, wären die Roma keine „Zigeuner“, sondern Juden, und handelte es sich auch um „Betteljuden“, wie sie das Reich der Deutschen gleich welchen Namens lange genug mit seiner Verfolgung von Minderheiten heranzog?
Daß die Debatte um „sichere Herkunftsstaaten“ auf dem Westbalkan ohnehin an der Sachlage vorbeigeht, ist eine andere Frage, wird ein Mensch, der mit dem Herz auf der Hand durchs Leben gehen will, doch beklagen, daß in Ostmitteleuropa EU-Länder wie die Slowakei, Tschechien oder Ungarn Roma schlechter behandeln als die noch außen vor gehaltenen Länder Bosnien, Mazedonien, Serbien, die erst als Anwärter von Deutschland zur verstärkten Diskriminierung der Roma gedrängt wurden, der von diesen angestrebten „Erschleichung von Leistungen in EU-Staaten wegen“. Wobei Kenner der Materie sich fragen, ob z. B. in Serbien der Staat seine Bürger, die Roma sind, im Ernstfall gegen rassistische Übergriffe anderer Bürger zu schützen bereit und imstande wäre.
Noch einmal: Wären die „Zigeuner“ Juden, betriebe Deutschland da dieselbe Politik? Macht die Regierung Unterschiede, betont sie die besondere Verpflichtung Deutschlands den Juden gegenüber? Ob das die heute Verantwortlichen wissen wollen oder nicht, so war die Vernichtung der „Zigeuner“ durch die Nationalsozialisten in Osteuropa ja systematisch und folgte bis in Einzelheiten oft demselben Muster wie die der Juden: In Babi Jar, der Schlucht in Kiew (Ukraine), z. B. liegen Zehntausende erschossener Juden und Roma Seite an Seite, Opfer derselben „Behandlung“ durch das Sonderkommando der deutschen Besatzer.
Zur Verdeutlichung sei gesagt, daß diese Überlegung keine Spitze gegen die Juden darstellt, sondern nur das Ungleichgewicht der Wahrnehmung beklagt, geht es um eines jeden Menschen einziges Leben. Dieses kann freilich nur den Mann verwundern, der keine geostrategischen, ökonomischen, nationalpolitischen Interessen hinter dem Werteschleier erkennt. Der allerchristlichste Fraktionschef unseres Landtags jedenfalls gibt seiner Partei die Richtung vor mit der Argumentation, die sich mit Blick auf die Zielgruppe so fassen läßt, daß die Bevölkerung dann am wenigsten gegen Roma (und Sinti) habe, wenn erst gar keine ins Land gelangten. Die Landesregierung aber zögere mit ihrer Zustimmung zur „Reform der Bundesregierung“: zu einer zynischen Asylpolitik.
„Kretschmann muß nicht nur quaken, er muss abliefern“, forderte Hauk. Da aber wächst die Sehnsucht nach Quäkern statt Quakern, nach hilfreichen Christen statt unkenden Politikern aller Couleurs, nach angesichts verweigerter Menschenrechte zitternden und bebenden Mitleidenden statt sich dem bösen Och wie Ochsenfröschen gleich sich aufblähender Heim(at)wehrler. Homo sacra res homini: „Der Mensch sei dem Menschen ein Heiligtum!“ Das ist im übrigen keine Parole "staatsgefährdender Linker, sondern Senecas d. J.

Michael J. H. Zimmermann
[Beitrag beantworten]
Beitrag Autor Datum
"Das Land braucht Quäker statt Quaker" - zum Thema "Sichere Herkunftsländer für Roma"
Michael J. H. Zimmermann 21.09.2014 23:24
[top]
 

Anzeigen



Impressum
© 2004-2017 Nürtinger STATTzeitung