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  Politik
 
Der doppelte Nuklear-Krieg - 19.12.2017
Vortrag von Alfred Helmut Dürr

  (pm) Im Rahmen der diesjährigen Eine-Welt-Tage und Friedenswochen Nürtingen zeigte Alfred Helmut Dürr die Gefahren von "Kernschmelzen und ihre Folgen" auf. Der verstorbene Kernphysiker und Friedenskämpfer, Prof. Dr. Hans-Peter Dürr, hatte die Atomenergie als "Krieg gegen die Menschheit" bezeichnet. Dieser doppelte Nuklear-Krieg werde nach Dürr zum einen mit Atombomben und zum anderen mit radioaktiven Strahlen geführt. So werde  in unseren Reaktoren nicht nur Spaltstoff Plutonium für die 20.000 Atomsprengköpfe ausgebrütet, mit denen man bisher 2000 Atombombenexplosionen (in der Luft, im Wasser, in der Erde und im Weltall) durchführte, sondern es werden auch hoch giftige, ewig strahlende, radioaktive Substanzen (Atommüll) erzeugt, die uns mit ihrer akuten, intensiven Strahlung in geringster Mengen schädigen, krebskrank machen und töten können. Alfred Dürr erläuterte, dass giftige Radioaktivität schon im Normalbetrieb aus den Kernreaktoren, im größeren Maße bei Brennelementewechsel und in riesigen Mengen (Billionen an Becquerel) bei einer Kernschmelze entweicht.
Es sei einfach skandalös, dass die Atomlobby heute immer noch über hundert stattgefundenen GAUs (größte anzunehmende Unfälle, meist Kernschmelzen) verschweige. So hätte der ehemalige Redakteur der Nürtinger Zeitung Jürgen Gerrmann vom russischen Kernphysiker Dr. Vladimir Tschernousenko erfahren, dass in der UdSSR vor dem Super-GAU von Tschernobyl über 300 Nuklearkatastrophen stattgefunden haben. Diese permanente Gefahr würde, so führte Dürr aus, das im Atomgesetz festgelegte, für uns Bürger wichtige Vorsorge-Prinzip verletzen. Die Atomkonzerne würden unsere Kernkraftwerke daher grob fahrlässig betreiben.
Neben den Ursachen für Kernschmelzen erläuterte der Physiker Dürr auch ihre Folgen, dass riesige Sperrgebiete, ganze Landstriche, wie in der Sowjetunion oder in den USA,  und Meere, wie die Ostsee oder der pazifische Ozean, stark radioaktiv verseucht werden. Die radioaktiven Wolken aus den havarierten Reaktoren hätten sich überall abgeregnet und dadurch würde man auch heute noch in unserer Fauna und Flora hoch radioaktiv angereicherte Substanzen finden, die auch unsere Lebensmittel belasten. Kernschmelzen würden zudem zeigen, dass wir mit unserer Hochtechnologie, mit unserer wissenschaftlichen Nuklear-Forschung und selbst mit Digitalisierung und Robotern machtlos gegen diese komplexen Katastrophen-Ereignisse sind.
Alfred Dürr wünschte sich, dass nach dem kürzlich abgestimmten und unterschriebenen UN-Vertrag über das völkerrechtliche Verbot und die Ächtung aller Atomwaffen auch die “friedliche” Kernkraft verboten wird.

In der anschließenden Diskussion wurde die Frage gestellt, wie man sich als Bürger gegen diesen Nuklear-Krieg wehren kann. Dürr empfahl, man sollte selber aktiv werden als Friedenskämpfer und sich lokalen oder regionalen Friedensinitiativen anschließen und nur jene Politiker in Parlamente wählen, die wirklich für Frieden und Abrüstung einstehen.

Den Vortrag und auch den im letzten Jahr gehaltenen kann man auf der Homepage der IG Philosophie Nürtingen einsehen.



 


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