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  Soziales
 
Was ein Lächeln bewirkt - 26.1.2008

 

Er liebt das Ungewöhnliche: Hans-Peter Grüner wohnte über viele Jahre im Campingwagen. Er reiste oft, machte auch gute Geschäfte. Doch eine Herzoperation wurde ihm zum Verhängnis.

Lebenslinien
In Nürtingen wächst Hans-Peter Grüner auf. "Am Anfang waren es ärmliche Verhältnisse. meine Mutter, eine Sudetendeutsche, hat nach dem Zweiten Weltkrieg ihren ganzen Besitz verloren", erzählt er. Im Laufe der Jahre ändern sich allerdings die finanziellen Verhältnisse. Der Vater, ein gelernter Zahntechniker, beginnt mit über 40 Jahren noch ein Zahnarztstudium und schließt es mit Erfolg ab. Auch die Mutter ist Medizinerin. "Weil beide Eltern arbeiteten, haben mich meine Großeltern großgezogen."
Wie seine Eltern schlägt er eine akademische Laufbahn ein. Grüner besucht ein technisches Gymnasium. "Physik und Mathematik sind meine Lieblingsfächer gewesen, aber mit den Sprachen hatte ich Schwierigkeiten", erinnert er sich. Er schafft dennoch das Abitur, studiert anschließend an der Ulmer Fachhochschule für Ingenieurwesen und schließt mit einem Diplom in Maschinenbau ab.
Während seiner Abiturszeit stirbt der Vater an Hepatitis. "Es war ein schwerer Tod, er hat mich sehr mitgenommen", sagt Grüner. mehr mag er darüber nicht erzählen, spricht lieber Positives an. "Ich habe damals viel Geld geerbt, auch den Campingwagen von meinem Vater bekommen." Dieser Campingwagen wird einer seiner wichtigsten Weggefährten. "Das ganze Studium habe ich auf dem Campingplatz mit meinem Wagen gewohnt. Danach bin ich viel mit dem Campingwagen verreist."
Beruflich läuft alles gut. Grüner lebte eine zeitlang in Amerika, kauft ein kleines Hotel und verkauft es wieder "mit Gewinn". Dieses Geld investiert er in Deutschland, macht eine Firma für Auto-Ersatzteile auf. Grüner ist erfolgreicher Geschäftsmann und kann sich sogar zwei Flugzeuge leisten.

Schattenseiten
Als Grüner 37 Jahre alt ist, kommt der Einbruch. Er muss eine Herzoperation über sich ergehen lassen. "Mein Traum, das Fliegen, war nun zu Ende", berichtet er, "davon habe ich mich nie mehr erholt." Weitere Krankheiten kommen hinzu, die, so Grüner, falsch behandelt wurden. "Ich war lange sehr krank." So geht es auch mit seiner Firma bergab und "alles Geld war irgendwann verbraucht". Die Spirale nach unten geht weiter. "Ich bin richtig abgerutscht, war zeitweise wohnungslos und habe viel getrunken. Ich hatte meinen Lebenssinn verloren."
Zwischen diesen schweren Phasen gelingt es ihm aber immer wieder, auch eine feste Anstellung zu finden. Bislang jedoch keine dauerhafte. Jetzt verkauft er Trott-war. Seit 2003 bietet er das Heft an. Ein schwieriger Beginn, wie er sich erinnert: "Ich wollte nicht, dass mich jemand erkennt und sieht, dass es in meinem Leben nicht so gut gelaufen ist. Ich hatte Angst, dass über mich gelacht wird."

Träume
"Früher wollte ich einen Porsche. Heute freue ich mich schon über jeden Tag, den ich aufstehe. Und dass ich wieder gerne aufstehe" meint Grüner. Mit dazu beigetragen haben auch Trott-war-Leser, weil "sie mir freundlich begegnen". Die menschliche Seite ist ihm wichtig. "Wenn ich auf positive Menschen treffe, die mir etwas geben, dann kann ich auch etwas zurückgeben. Das kann etwas ganz Einfaches sein, ein Lächeln oder ein Händedruck."
Auch einen beruflichen Wunsch hat er. Vor kurzem hat sich Grüner bei einem großen, technischen Unternehmen beworben und wurde zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen. Es geht um die Stelle als Vertriebmitarbeiter und Programmierer. "Es wäre toll, wenn ich diese Arbeit bekommen würde."

Birgit Vey, Trott-war
In Nürtingen wird Trott-war, die Straßenzeitung, jeden Samstag auf dem Markt verkauft.


 


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