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Typisch Nürtingen - 30.10.2015
Stadtbildanalyse

  (th) Die Stadt plant, eine Stadtbildsatzung für die Altstadt zu erlassen, die festsetzt, welche baulichen Formen künftig zulässig sein sollen, um das historische Stadtbild zu erhalten. Dafür ist es zunächst erforderlich zu erkunden, was in der Nürtinger Altstadt eigentlich typisch ist und so wurde Petra Zeese vom Büro FPZ, Stadtplanung und Architektur in Stuttgart mit einer Stadtbildanalyse beauftragt, deren Ergebnisse sie kürzlich in der Glashalle im Rathaus vorstellte.

Für die Analyse wurden alle Gebäude, die vor 1950 erbaut wurden, betrachtet. 90 Prozent dieser Gebäude wurden in Fachwerkbauweise errichtet. Allerdings ist bei 80 Prozent der Gebäude das Fachwerk verputzt, was einerseits brandschutztechnische Gründe hat, und andererseits auch hochwertiger aussieht – wie ein Steinhaus. Als einzigartig bezeichnete Petra Zeese in Nürtingen die giebelständigen Mansarddachgebäude gegenüber dem Rathaus, die die Neubebauung nach dem Stadtbrand 1750 kennzeichnen. Als typisch beschrieb sie Gebäude mit zwei Stockwerken unter dem Dachansatz an der Bergseite, was durch die Topografie des Schlossberges dazu führen kann, dass an der Hangseite vier bis fünf Stockwerke in Erscheinung treten. Die herkömmlichen Giebeldächer haben eine Dachneigung von 45 °. Die Gebäude sind überwiegend verputzt und weisen durch die Fachwerkbauweise eine strenge Fassadengliederung mit übereinander angeordneten Fenstern auf. Die Fenster sind hochrechteckig und noch oft mit Fensterläden ausgestattet. Die Erkenntnisse der Stadtbildanalyse sollen Anfang November auf Stadtspaziergängen an typischen Beispielen erläutert werden (6.11. 14:30 Uhr, 7.11. 14:00 Uhr, Treffpunkt beim Marktbrunnen).

In der anschließenden Diskussion wurde als erstes die Gretchenfrage gestellt, was Petra Zeese von Solaranlagen in der Altstadt halte, die sich dazu skeptisch äußerte und sie nur auf nicht einsehbaren Dachflächen zulassen wollte. Eine Bürgerin sah dies als weniger problematisch an, da die Dachflächen von unten meist ohnehin nicht in Erscheinung träten. Eine andere Frage betraf die Erhaltung oder Neuanbringung von Fensterläden, für die Petra Zeese ein kommunales Förderprogramm anregte. Stadträtin Erika Maag-Brammer stellte den Sinn einer Stadtbildsatzung in Frage, indem sie daran erinnerte, dass die Stadtverwaltung in der Vergangenheit mehrfach Ausnahmen von den gestalterischen Festsetzungen des Bebauungsplans für den Schlossberg zugelassen habe, weshalb sie erwartete, dass man sich auch künftig nicht an die selbst gegebenen Regeln halten werde. Dem hielt Architekt … Weinbrenner entgegen, dass es zukünftig eine Aufgabe des Gestaltungsbeirates sein könnte, die Anwendung der Stadtbildsatzung sicherzustellen.

Grundsätzlich ist wohl jeder dafür, das Bild der Altstadt zu erhalten. Wenn es dann darum geht, Regeln aufzustellen, fangen die Probleme an: Die einen wollen strenge Regeln, die das historische Bild erhalten, die anderen wollen nicht historisierend bauen oder die Altstadt nicht aus der Energiewende ausklammern, für die Nürtingen kürzlich ein Klimaschutzkonzept beschlossen hat. So muss man sich genau überlegen, welchen Rahmen man für neue Gebäude und Renovierungsmaßnahmen setzen will und welche Gestaltungen man durch Information und Wertschätzung fördern will. Bei der Frage nach finanziellen Anreizen muss sich die Stadt fragen, ob sie genügend Geld hat, um sowohl historische Gestaltungen als auch zukunftsfähige Energiesparmaßnahmen zu fördern.
(Thomas Hauptmann)

 


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