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Alter Friedhof Nürtingen: Historische Grabplatten werden saniert - 18.7.2019
Schwäbischer Heimatbund und Denkmalstiftung erhalten „Gedächtnis der Stadt“

  (pm) Die 21 historische Grabplatten an der Mauer des Alten Friedhofs in Nürtingen gelten als „Gedächtnis der Stadt“, denn sie erinnern an Persönlichkeiten früherer Jahrhunderte. So sieht es die Ortsgruppe Nürtingen des Schwäbischen Heimatbundes, die sich seit Jahren um die Epitaphe dort kümmert. Auf ihre Initiative hin und mit ihrer  finanziellen Unterstützung werden jetzt drei davon  saniert. Dafür stellt auch die Denkmalstiftung Baden-Württemberg 6000 Euro zur Verfügung, wie sie in einer Pressemitteilung verkündet.

Die zum Teil künstlerisch aufwändigen Epitaphe stammen vom Kreuzfriedhof, der 1829 verlegt wurde, weil er zu klein geworden war. Damit wurde der heutige Alte Friedhof zur allgemeinen Begräbnisstätte in Nürtingen. Zuvor war er seit 1796 zunächst nur als Kinderfriedhof belegt gewesen.

Eine Bruchsteinmauer mit eisernen Toren fasst den Alten Friedhof ein. Viele der steinernen Epitaphe verwittern zunehmend. Fünf davon wurden bereits 1998/99 saniert. Jetzt stehen drei großformatige, rechteckige Sandsteinplatten mit eingemeißelten Inschriften und teilweise aufwändigen renaissancezeitlichen Ornamenten und Reliefschmuck zur Restaurierung an, um sie vor dem Verfall zu bewahren.

Aus Denkmalsicht ist der Alte Friedhof von großer stadt- und kulturhistorischer Bedeutung. U. a. gelten die Steinepitaphe aus dem 16. Jahrhundert als frühneuzeitliche Zeugnisse einstiger Glaubens-, Stil- und Bestattungskultur und sind von allgemein großem Interesse.

Denkmalstiftung Baden-Württemberg

Nach ihrem Motto „Bürger retten Denkmale“ fördert die Denkmalstiftung Baden-Württemberg insbesondere private Initiativen und gemeinnützige Bürgeraktionen, die sich für den Erhalt von Kulturdenkmalen im Land engagieren.

37 Projekte hat die Stiftung bürgerlichen Rechts allein im Jahr 2018 unterstützt. Seit ihrer Gründung 1985 hat sie nahezu 1500 Vorhaben gefördert, um Baudenkmale vor dem Verfall zu retten. Zwei Drittel davon waren Anträge von Privaten, Fördervereinen und Bürgerinitiativen. Möglich war dies, weil sie neben den Erträgen aus dem Stiftungskapital auch erhebliche Mittel aus der Lotterie GlücksSpirale erhält. Für die Förderung und die Öffentlichkeitsarbeit zum Denkmalschutz bleibt die Denkmalstiftung Baden-Württemberg aber mehr denn je auf großzügige Spenden angewiesen.


 


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