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  Bauen
 
Lebensqualität für alle statt subventioniertes Bauen für wenige - 17.6.2010
Fraktion Nürtinger Liste/Grüne lehnt eingemauerte Neckarvillen neben der Steinachmündung ab.

  (pm)

In der ungekürzten Pressemitteilung der Nürtinger Liste/Grüne heißt es dazu:
"Die Fraktion Nürtinger Liste/Grüne im Nürtinger Gemeinderat lehnt die geplante Bebauung des Wörthgeländes mit 83 Wohneinheiten kategorisch ab. Und dies nicht erst jetzt. Schon immer haben wir uns für eine Bewahrung des Neckarufers an dieser prominenten Stelle stark gemacht, auf welche die Allgemeinheit unverbauten Anspruch hat. Der Abschnitt des Neckars vom Wörth bis zur Au muss seine Lebensqualität für alle bewahren und bereit halten. Er muss im Besitz der Nürtinger Bevölkerung bleiben und darf nicht einer privilegierten Käuferschicht reserviert werden. Sollten darüber hinaus die geplanten Neckarvillen mit Steuermitteln der Stadt und des Landes subventioniert werden, fände einmal mehr eine Umverteilung von unten nach oben statt. Es kann nicht sein, dass die landschaftlichen Filetstücke der Kernstadt privatisiert werden.
Zwischen Bauprojekt und Neckar soll laut Planung ein verschämter Fußwegstreifen darüber hinwegtäuschen, dass mit dem Wörthgelände ein erstrangiger Teil der Neckarschauseite für immer verbaut und der Na-herholung entzogen wäre. An diesen Blickwinkel erinnerte sich Hölderlin 1809: „In lieblicher Bläue blühet mit dem metallenen Dache der Kirchthurm. Den umschwebet Geschrey der Schwalben, den umgiebt die rührendste Bläue.“
Den Neckar als unseren Fluss erleben, als denselben, den Hölderlin weltweit bekannt gemacht hat, am Neckar und an der Steinachmündung spielen und sich unter dieser Bilderbuchsilhouette wohl fühlen - das sind unberührbare Erbrechte der Nürtinger Bürgerschaft. Das stadtnahe Gelände, das nach seiner Befreiung von unansehnlichen Gebäudefragmenten Einblick in die Schönheit unserer „Stadt am Fluss“ gewährt, könnte unschwer in einen Stadtpark umgewandelt werden. Schwäbisch Hall, Tuttlingen, Horb, Rottenburg und Plochingen haben dies umgesetzt. Nürtingen muss seinem Erbe eines „Neckars für alle Sinne“ verpflichtet bleiben, als Heimat Hölderlins, der seinen Fluss und dessen Ufer, aber nicht Häuser in Badewannen besungen hat: „Doch weicht mir aus treuem Sinn auch da mein Neckar nicht mit seinen lieblichen Wiesen und Uferweiden.“
Hochwasserschutz schließlich müsste dem gesamten Gebiet an Neckar und Steinach gewährt werden. Die geplanten Neckarvillen sichern aber nur sich selbst, verbauen das linke Steinachufer wie mit einer Gefängnismauer, und machen Fuß- und Radwege zu einer Berg- und Talbahn. Die Neckarvillen wären eine Art friesischer Warft mit zwei Meter hohen Dämmen. Einmalig in der Stadt wäre die fehlende Durchgängigkeit des gesamten Areals für die Allgemeinheit, eine unnatürliche Enklave, Wagenburg der Wasserscheuen. Der geplante Spielplatz außerhalb dieser Wohnwanne ist ein Feigenblatt: Angesichts der verbauten Fläche unverschämt klein und von Mauern mit 2,35 Meter Höhe eingefasst.
Nach unserer Auffassung ist eine Mindestbreite von 15 Metern zwischen Ufer und Schutzwall einzuhalten, wodurch die gegebene Breite, neckaraufwärts kommend fortgeführt wäre. Eine Verengung dieses Streifens zur Stadt hin ist nicht akzeptabel. Die Investoren indessen lehnen eine einzeilige Bebauung ab. Damit verweigern sie jeden Spielraum für Kompromisse.
Die Alternative eines Stadtparks für alle wäre auch in Hinsicht auf die erwünschte Landesgartenschau unumgänglich. Nürtingen besitzt kaum mehr vergleichbaren Raum zwischen Fluss und Stadt, der repräsentativ heraus geputzt werden könnte. Die kurze Hölderlinstraße, ganz in der Nähe, könnte rechtwinklig bis zum Neckar weiter geführt werden und dort in einen „Hölderlinplatz“ münden, der des Dichters originären Schauort freilegt, der nicht nur wenigen, sondern allen gehört."


 


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