Forum

  Nachrichten
Kommunalpolitik
Politik
Umwelt
Kultur
Stattzeitung aktuell
Sport
Nürtingen global
Jugend
Personalia
Verkehr
Arbeitswelt
Soziales
Geschichte
Bauen
Presseschau
Wirtschaft
Ausgewähltes
Zukunftsfähiges NT
NTegration
Veranstaltungstipp
Foto der Woche
EssBar
LesBar
Leserbriefe
Kleinanzeigen

  
Terminkalender
Veranstaltungen
Ausstellungen

  
Kulturtipps
Kneipentest
Bücher
Filme
Musik
Lyrik
Reisen
Hörbücher
NTouren
NThörBar
Musikmachende

  Schatzkästle
Fotogalerie
Fortsetzungsroman
Links
Was kochsch du?
Gabi Zapf (Roman)
Fundgrube
Rundschlag
Jahreszeiten
Hausmittel

  Über uns


 

  Umwelt
 
Was blüht denn da? - 10.5.2019
Naturkundliche Entdeckungstour des NABU auf der Oberensinger Höhe

  (mw) Klaus Nimmrichter zeigte auf der Oberensinger Höhe die Pflanzengemeinschaften der Felder, Wiesen und Waldränder. Zudem wies er auf Besonderheiten der Blütenpflanzen hinsichtlich der Bestäubung hin.

Neun Interessierte hatte sich trotz schlechten Wetterberichtes an der Sammlung Domnick eingefunden, um an dem Rundgang zum Thema Blütenpflanzen teilzunehmen. Sie hatten Glück: die Sonne schien, das Albtrauf-Panorama der Oberensinger Höhe konnten sie uneingeschränkt genießen und die Blüten waren offen und trocken.

Klaus Nimmrichter von NABU kennt die Oberensinger Höhe wie seine Westentasche, er wohnte früher ganz in der Nähe und war oft dort in der Natur. Über die Amphibien kam er zum Nürtinger NABU, er konnte nicht weiter zusehen, wie sie massenhaft überfahren wurden.

Ganz in der Nähe des Treffpunkts ist man "on top auf der Oberensinger Höhe". Als früher die Bäume an dieser Stelle kleiner waren, konnte man von dort vom Braunenberg bei Aalen bis zum Plettenberg bei Balingen sehen.

Gelber Blühaspekt der Wiesen

"Man merkt das kalte Wetter, das hat der Vegetation einen kleinen Dämpfer versetzt", begann Klaus Nimmrichter. Doch hier am Wegrand stehe massenhaft Hirtentäschelkraut. Wegen seiner durchsichtigen Samenschale und weil man in seinem Blütenstand alle Entwicklungsstadien entdecken könne, sei der Hirtentäschel ein geeignetes Studienobjekt zur Embryonalentwicklung. Vorbei an Schöllkraut ging es dann zu einer Wiese, die gerade den gelben Blühaspekt zeigte. Der Löwenzahn sei schon verblüht, und nun zeige sich der Scharfe Hahnenfuß. An einer Pferdekoppel sahen die TeilnehmerInnen diese Pflanze dann sehr dominant. Dies komme daher, so Nimmrichter, weil das Weidevieh und die Pferde den Scharfen Hahnenfuß im frischen Zustand nicht fräßen.

Augeklügelte Bestäubungsmechanismen

Im Sommer könne man auf der Oberensinger Höhe noch den Acker-Rittersporn entdecken, den gebe es weit und breit nicht mehr. An einer trockenen Kurve wuchs Wiesen-Salbei. Anhand eines Modells zeigte Klaus Nimmrichter den auseklügelten Hebelmechanismus in dessen Blüte, der von Hummeln ausgelöst wird.

Am Waldrand zeigte Klaus Nimmrichter Maiglöckchen, Waldmeister und das Vielblütige Salomonssiegel. In Staunen versetzte er seine Zuhörerschaft, als er den Bestäubungstrick des Aaronstabs erläuterte und hierbei anmerkte, dass der Stab des Aaronstabs 40 Grad Celsius an Wärme erzeuge, was Fliegen anlocke, die gerne in ihm übernachten. An der Innenseite des glatten Hüllblatts rutschen sie nach unten und werden von der Pflanze durch deren Fliegenkesselfalle zum Bestäuben verwendet, bevor sie wieder ins Freie dürfen.

Im Sauhag wird sich wegen des Klimawandels die Artenstruktur der Bäume ändern

Im Sauhaag zeigte Klaus Nimmrichter die Seegras-Segge, den Faulbaum, das Eschensterben und die durch Stress ausgelöste Vermehrungsstrategie der Laubbäume. Nicht nur die Esche sei - wegen eines eingeschleppten Pilzes - bald verschwunden. Auch der Klimawandel werde im Sauhag künftig seine Spuren hinterlassen. Die Fichte werde weiterhin zurück gehen und vom Förster durch die Douglasie ersetzt werden, die Eiche werde bleiben, aber die Rotbuche sich nur noch in feuchten Senken und an Nordseiten halten. Künftig könne man Esskastanien in diesem Wald pflanzen und wenn der Klimawandel so weiter gehe, werden diese auch Maronen ausbilden.

Die Landwirtschaft anders subventionieren

Nach diesem lokalen Aufzeigen eines unseren großen Zeitprobleme warb Klaus Nimmrichter noch dafür, sich bei den bald neu gewählten EU-Abgeordneten für eine andere Subventionierung der Landwirtschaft durch ihre Steuermittel einzusetzen wie dies der NABU in einer aktuellen Kampagne fordere. Statt große Agrarflächen zu belohnen sollte die kleinräumige Landwirtschaft begünstigt werden, die zum Beispiel Ackerrandstreifen für Blühpflanzen stehen lasse. Denn wenn nicht eine radikale Wende komme, sehe er für die Insekten, die von den Blühpflanzen abhängen, und beim Insektensterben keine Wende. Eine solche müsse aber in den nächsten Jahren erfolgen.

Der NABU Nürtingen bietet in seinem Jahresprogramm (hier auch als PDF, 1,2 MB) weitere Veranstaltungen an.


 


Anzeigen




Impressum
© 2004-2019 Nürtinger STATTzeitung