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Ein Ei für Lust auf Zukunft - 9.3.2017
SPD zeichnet das Forum zukunftsfähiges Nürtingen aus

  (th) Am diesjährigen Aschermittwoch verlieh die Nürtinger SPD zum 33. Mal ein Ei der Heckschnärre. Diesmal erhielten Thomas Oser und Sven Simon das steinerne Symbol des hier ausgestorbenen Nürtinger Stadtvogels als Anerkennung ihres Engagements für das Forum zukunftsfähiges Nürtingen.

In ihrer Begrüßung zitierte die SPD-Ortsvereinsvorsitzende Bärbel Kehl-Maurer Eleanor Roosevelt, amerikanische Menschenrechtsaktivistin und Diplomatin sowie Frau des 32. Präsidenten der USA, die meinte, „die Zukunft gehört denen, die an die Schönheit ihrer Träume glauben.“ In der Vorstellung von Wissenschaftlern sei die Zukunft eine vielversprechende Zeit. Aber jeder müsse die Zukunft mitgestalten, meinte Bärbel Kehl-Maurer. Dies würden Thomas Oser und Sven Simon tun, indem sie ein Netzwerk gebildet hätten, in dem die Aktivitäten der verschiedenen sozialen, ökologischen und kulturellen Gruppen sich gegenseitig ergänzen und verstärken könnten. Damit hätten sie die Anerkennung der SPD verdient.

Hans-Wolfgang Wetzel griff in seinem Beitrag darüber, was das Ei der Heckschnärre eigentlich sei, die Antwort des Ökologen Paul Ernst Dörfler aus Zerbst (wo es die Heckschnärre noch gibt) auf die Frage, was Politiker von Vögeln lernen könnten, auf, der geantwortet hatte: „Die grenzüberschreitende Orientierung“. Dies sei nötig, um ein Revier zukunftsorientiert zu verteidigen und das täten Thomas Oser und Sven Simon in vorbildlicher Weise.

Den ersten Teil der Laudatio hielt Bernhard Wiesmeier, der Leiter des Fachbereichs „Gesellschaft" an der Volkshochschule Esslingen. Er erinnerte daran, dass sich in diesem Jahr die Veröffentlichung der Studie „Grenzen des Wachstums“ des Club of Rome zum 45. Mal jährt und vor 25 Jahren die Konferenz der Vereinten Nationen über Umwelt und Entwicklung in Rio de Janeiro stattfand. Beides waren Meilensteine der Diskussion für eine zukunftsfähige Entwicklung, in deren Folge sich viele Umweltinitiativen und Lokale Agenda-Gruppen gegründet hätten, die zum Teil immer noch aktiv sind. Aber die Erfolge seien doch eher bescheiden gewesen. Umso mehr müsse man sich auf den Weg zu einem anderen Lebessstil machen, denn die Gründe für Veränderungen seien erdrückend, auch wenn viele Einwände dagegen erhöben. Zu diesem Zweck hätten sich auch der Philosoph Thomas Oser und der Landschaftsplaner Sven Simon zusammengetan, um geistige Hintergründe und praktische Umsetzungen eines zukunftsfähigen Lebensstils zu erörtern und zu entwickeln. Das sei zwar ganz nett, meinte Bernhard Wiesmeier, aber nicht wirklich neu. Das Besondere am Forum zukunftsfähiges Nürtingen sei, dass es Herz und Verstand anspreche und damit Lust auf diese andere Zukunft mache.
Dies ist auch für Frieder Rieger wichtig, der als künftiger Abiturient vermutlich den größten Teil seines Lebens noch vor sich hat. Aber die Zukunft sei angesichts ihrer Ungewissheit nicht nur voller Möglichkeiten, sondern auch voller Risiken, was viele überwältige, die sich verunsichert ins Private zurückzögen. Hier biete das Forum zukunftsfähiges Nürtingen eine Alternative, wofür er den Initiatoren seinen Dank aussprach.

Nach der Übergabe des Eis im Blitzlichtgewitter der Fotografen dankten die Geehrten für die Auszeichnung. Sven Simon hob dabei die Bedeutung des BUND und der NN-Akademie für Kunst und Philosophie als Geburtshelfer und des Trägervereins Freies Kinderhaus mit der Alten Seegrasspinnerei als Kooperationspartner hervor. Thomas Oser dankte seinen Eltern, die ihm gezeigt hätten, dass mit einem genügsamen Leben viel Freude verbunden ist. Anschließend stellten die Ausgezeichneten Katharina Roth als dritte im Bunde der Organisatoren vor und warben für das Anliegen des Forums zukunftsfähiges Nürtingen. Sven Simon versprach, dass mehr Nachhaltigkeit mehr Zufriedenheit, Muße und Freude und weniger Stress bedeute. Thomas Oser betonte, dass für eine nachhaltige Entwicklung der Oberensinger Bauernwald genauso wichtig sei, wie der südamerikanische Regenwald und Sven Simon ergänzte, dass es ihnen wichtig sei in Zusammenhängen zu denken und Kooperationen zu fördern, in denen Wirtschaft und Umwelt keine Gegensätze seien und zu denen auch Kunst und Philosophie gehörten.

Sodann zeigten sie die Vielfältigkeit des Forums, indem sich Gruppen, die schon länger existierten und sich dem Forum angeschlossen haben, kurz vorstellten (BUND, NN-Akademie, Stattzeitung, Welterbe-Initiative Streuobst, Künstlergruppe permaneNT) sowie Initiativen, die sich aus dem Forum entwickelt haben (Repair Café, Solidarische Landwirtschaft, philosophisches denk.art Café, Gemeinsam wohnen in Nürtingen) und Projekte, an denen das Forum beteiligt war und ist (Tiny House, Nürtingen ist bunt, Fair Fashion).

Wie in den Veranstaltungen des Forums gab es auch an diesem Abend nicht nur Reden, sondern auch künstlerische Beiträge. Die Tänzerinnen Sawako Nunotani und Pierangela da Patta hatten in einem Eiertanz zahlreiche weiße Luftballon-Eier auf die Bühne gelegt und das Improvisationstheater Charmeützel setzte auf Wünsche aus dem Publikum spontan die zukunftsfähige Suppenküche und das anfängliche Roosevelt-Zitat in Szene.

Bevor die Gäste zum Abschluss des anregenden Abends beim Fischessen im Dachgeschoss die Gedanken diskutieren und weiterspinnen konnten, wünschte sich Thomas Oser, dass in einer nachhaltigen Zukunft nicht nur Repair-Cafés in allen Stadtteilen existierten und solidarische Landwirtschaftsprojekte ein selbstverständlicher Teil der allgemeinen Versorgung seien, sondern dass die Menschen durch den Kontakt miteinander und mit der Natur Glück erleben würden.


 


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