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  Kultur
 
Ötzi, der Mann aus dem Eis - 27.11.2017
Steinzeitabenteuer im Stadtmuseum Nürtingen

  (pm) Als 1991 eine Gletschermumie in den Ötztaler Alpen zufällig von Wanderern gefunden wurde, war das eine Jahrhundertsensation. Bis heute ist dieser Fund ein andauernder Wissenschaftskrimi. Denn die Eismumie, bald liebevoll „Ötzi“ genannt, wurde genauestens wissenschaftlich untersucht.

Viele Geheimnisse gab die 5300 Jahre alte Mumie preis. Diese und noch viele andere Erkenntnisse werden in der Familienausstellung „Ötzi, der Mann aus dem Eis“ gelüftet.

Im Mittelpunkt der Ausstellung steht die Nachbildung der Gletschermumie. Aber auch der lebendige Ötzi ist als Imitat zu sehen, in seiner heimatlichen Umgebung und mit seinen Haustieren. Der Präparator und Ausstellungsmacher Dieter Luksch rekonstruierte ihn samt Kleidung und Ausrüstung, darüber hinaus auch seine Umwelt und seine Lebensbedingungen. Themen der Ausstellung sind Klima und Vegetation vor rund 5300 Jahren, jungsteinzeitlicher Hausbau, Ackerbau und Viehzucht, Ernährung, Kleidung, Jagd- und Gebrauchsgegenstände sowie Wildtiere und Haustierhaltung.

Die Ausstellung von Expo-Fauna orientiert sich mit ihren Präparaten und Inszenierungen am Vorbild des Südtiroler Archäologiemuseum in Bozen in Italien. Hier ist unter anderem die originale Gletschermumie ausgestellt.

Die Familienausstellung in Nürtingen wurde am 24. November eröffnet. Bis zum 25. Februar 2018 können Kinder und alle Interessierten, die Lebenswelt der Jungsteinzeit nicht nur entdecken, sondern auch erleben. Neben zahlreichen Informationen finden die jüngsten Besucher ihren Spaß in einem „Steinzeit-Abenteuer-Wald“, der sich in einem Extra-Raum befindet. Für Schulklassen stehen didaktische Materialien und Medien zur Verfügung. In „Ötzis“ Wald können auch, auf Anmeldung, Kindergeburtstage gefeiert werden.

„Ötzi“ war vor etwa 5300 Jahren in den Ötztaler Alpen unterwegs, mit schadhafter Ausrüstung und ohne Proviant. In eisiger Höhe ereilte ihn der Tod. Als gefriergetrocknete Mumie wurde er 1991 geborgen. Das Gletschereis gab frei, was es Jahrtausende lang bewahrt hat. Denn nicht nur der Körper des Mannes, sondern auch seine Ausrüstungsgegenstände und seine Kleidung waren erhalten und gaben so vom Leben in der Jungsteinzeit Auskunft.
Wäre der Mann unterhalb der Gletscherregion gestorben, hätten Tiere ihn gefressen und von seinem Besitz wäre kaum etwas übriggeblieben.

Woher kam der Mann? War er auf der Flucht? War ein Pfeil oder ein Faustschlag die Todesursache?

Erstmals in der Geschichte der Medizin und der Archäologie konnten Wissenschaftler an einer so alten Mumie modernste wissenschaftliche Untersuchungen vornehmen. Die Entschlüsselung von Ötzis Erbgut steht erst am Anfang. Inzwischen weiß man, dass Ötzi ungefähr 160 cm groß war, etwa 46 Jahre alt wurde, dass er eine vererbte Veranlagung für Herz-Kreislauf-Erkrankungen hatte und keinen Milchzucker verdauen konnte. Sogar, dass er in seinen letzten Lebenswochen Stress hatte, ist an seinen Fingernägeln ablesbar.

Rund 60 Tätowierungen weist die Mumie auf. Mit Kleidung aus Fell und Leder war er für das Wandern im Hochgebirge ausgerüstet. Er hatte eine Gürteltasche, ein Kupferbeil, einen Feuersteindolch, Pfeile und Bogen sowie einen Glutbehälter aus Birkenrinde bei sich. Ötzis letzte Mahlzeit, 12 Stunden vor seinem Tod, bestand aus Einkorn, Fleisch und Gemüse.

Sein Leben fiel in eine Zeit großer Umwälzungen: der Übergang vom Jäger- zum Sammlerdasein, zu Ackerbau und Viehzucht. Die Menschen wurden damals sesshaft, um ihre Äcker zu kultivieren, sie begannen feste Häuser zu bauen und Vorräte anzulegen.

Die Gletschermumie „Ötzi“ fand 1998 im eigens für ihn erbauten Südtiroler Archäologiemuseum in Bozen seine letzte Ruhestätte. Dort liegt die Mumie, in keimfreier Umgebung, unter Kaltlicht, bei einer Temperatur von -6 Grad Celsius und einer Luftfeuchtigkeit von 99%. Eine EDV-Station registriert alle Messwerte, bei geringster Veränderung wird Alarm ausgelöst, damit Techniker und Ärzte sofort eingreifen können. Nur durch ein kleines Fenster aus Panzerglas kann die Gletschermumie betrachtet werden.

Das Imitat dieser Mumie können alle Stadtmuseumsbesucher ab dem 25. November in Nürtingen sehen. Dazu gibt es alles Wissenswerte von „Ötzi, dem Mann aus dem Eis“.

Das Stadtmuseum hat dienstags bis freitags von 14 bis 18 Uhr geöffnet, samstags, sonntags und feiertags von 10 bis 18 Uhr.
Am 24.,25. und am 31. Dezember hat das Stadtmuseum geschlossen. An den Feiertagen 26. Dezember und am 1. Januar ist es geöffnet.

Gruppen und Schulklassen können Termine ab 8 Uhr vereinbaren. Alle Informationen gibt es auch unter www.stadtmuseum-nuertingen.de.


 


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