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Kapitel 15
 

Nachdem Gsälzle verstohlen das fatale bayerische Köfferchen wieder in den Gang neben Frau Ackermanns Putzutensilien platziert hatte, huschte er an Schleckslis’ Bett und stupste vorsichtig in den hochaufragenden regungslosen Wampenberg. Seitlich im Hinterteil des Badeners steckte ein kleiner Pfeil. Gsälzle zog ihn heraus, wickelte ihn sorgfältig in ein Taschentuch und verstaute es in der Jackentasche.
„Sind Sie tot?“ Die Aussicht, möglicherweise versehentlich seinen Kollegen gemeuchelt zu haben, erfüllte ihn mit Unbehagen.
Schleckslis rührte sich noch immer nicht. Panisch begann der Schwabe sich die graupappige Haarsträhne zu raufen.
„Des sieht Ihne wieder ähnlich, dass Sie mir oifach wegsterbet! Wie erklär ich des dem Herr Ministerpräsident? Dass der jetz noch die Leicheüberführung zahle muss! Und der Sarg in Übergröße!
Was des wieder koschd!“
Frau Ackermann streckte den Kopf zur Tür herein. Ihre klugen, warmherzigen Augen musterten liebevoll-besorgt den jammernden Schwaben. Wie süß er doch war! Sie spürte den Drang, ihn in Watte zu wickeln, in eine Streichholzschachtel zu packen und ihn für alle Zeiten in ihrer Handtasche mit sich herumzutragen. So wäre er vor allem Bösen, was ihm jemals widerfahren würde, geschützt...
Doch sie fragte nur:“Na, alles in Ordnung bei Ihnen?“
„Nai, ich bin tot.“, dröhnte es dumpf von Schleckslis’ Bett.
Gsälzle zuckte heftig zusammen und Frau Ackermann zog sich kopfschüttelnd zurück.
Schleckslis richtete sich mühsam auf und fasste sich an den dicken Kopf. „Was war denn los?“
Gsälzles Ohren zeigten Alarmstufe Rot.
„Ganz plötzlich sind Sie umgefallen und wohl eingeschlafen. Des kommt bloß von der Sauferei!“
„Ha, so ebbis!“ Schleckslis zog eine nachdenkliche Schnute.
„Aber den Bayern müssen wir im Aug’ behalte. Vielleicht will der auch des Brezelrezept. Der Koffer isch verdächtig!“
„Ja, aber zuerst erledigen wir die Sache im Museum. Wir ruhen uns noch ein wenig aus und heute abend geht’s los!“, bestimmte Gsälzle.
„Im Übrigen wird die Bayernbrezel niemals konkurrenzfähig sein, da nützt das beste Rezept nichts.“

Draußen vor der Tür verharrte Hubertus Schweinshofer und zwirbelte gutmütig schmunzelnd seinen Bart.


 


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