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Wie viel Leben passt in eine Tüte?
 

Die Geschichte

Rose ist totunglücklich, als ihre Mutter an Krebs stirbt, als sie selbst gerade mal 16 ist. Ihre Mutter, die der Krankheit schon einmal die Stirn geboten hat und sie tatsächlich besiegt hatte. Ihre Mutter, von der niemand dachte, dass der Krebs noch mal zu ihr zurückkommt. Weil sie vor Freude über ihre Genesung vergessen hatte, dass Krebs nicht heilbar ist. Und vor allem, dass speziell diese Krebsart, wenn sie noch mal zurückkommt, nicht mehr heilbar ist. Alles das hatten sie vor lauter Freude und Glück vergessen. Doch es kommt anders und das Unglaubliche passiert, der Krebs kommt wieder und diesmal ist nichts mehr zu machen. Es ist zu spät für Roses lebensfrohe, bunte Mutter, die hunderten von Menschen Survival-Kits bastelt, die solche Freude an ihrem Beruf als Grundschullehrerin hat und so viele Kinder begeistern kann. Die Frau, die ihren Garten liebt und solch eine Lebensfreude in sich trägt, diese Frau stirbt letztendlich am Krebs.
Danach vermeidet Rose Nähe, das Cheerleadertraining, das sie früher so gemocht hat, ja, sie hört sogar keine Musik mehr, obwohl diese sonst ein wichtiger Teil ihres Lebens und daraus nicht mehr wegzudenken war. Rose denkt, sie würde nie wieder glücklich sein. Als ihr Freund, der beliebteste Junge der Schule, Chris Williams, auch noch die Schnauze von ihrer Zurückgezogenheit und undurchdringbaren Trauer voll hat und Schluss macht, wird es auch nicht unbedingt besser.
Doch am Tag der Beerdigung hat Rose im Kleiderschrank ihrer Mutter an dem nachtblauen Kleid mit den vielen silbernen Punkten, das sie selbst immer anziehen wollte, aber nicht durfte, ein Survival-Kit von ihrer Mutter nur für sich gefunden. Ihr erstes und wohl auch das letzte, das nur für Rose ist. Rose hat noch nie eines bekommen. Alle anderen, ja, aber Rose, ihr Bruder und ihr Vater nicht.
In der braunen Papiertüte mit der hellblauen Schleife findet Rose einen iPod, einen silbernen Papierstern, einen Papierdrachen, ein Foto von Pfingstrosen, eine Packung Buntstifte und ein Kristallherz an einer Kette. Lange bringt sie es nicht übers Herz, sich den Dingen zuzuwenden, doch irgendwann beginnt sie, nach den Aufgaben hinter den Gegenständen zu suchen. Die erste Aufgabe, die sie beginnt, verbirgt sich hinter dem Bild mit den Pfingstrosen. Rose ist klar, was ihr dieses Bild sagen soll: Sie soll im Garten ihrer Mutter Pfingstrosen pflanzen. Doch wie soll sie das hinbekommen? Sie hat nicht den blassesten Schimmer, wie man Blumen pflanzt. Aber da ist jemand, der sich wunderbar auskennt: Will Doniger, der sich seit Jahren darum kümmert, dass im Garten der Rasen gemäht ist, das Unkraut gezupft ist und vieles mehr. Seit Jahren macht er das nun schon, seit er den Gartenpflegebetrieb seines Vater, der ebenfalls an Krebs gestorben ist, übernommen hat. Rose hat ihn nie weiter beachtet, er war eben einfach da. Doch von da an, seit sie gemeinsam die Pfingstrosen gekauft und gepflanzt haben, hat sich etwas zwischen ihnen verändert. Will nimmt sie zu jedem seiner Eishockeyspiele mit und danach sitzen sie noch stundenlang im Auto und unterhalten sich. Mit Wills Hilfe findet Rose langsam wieder zu sich selbst zurück. Sie erträgt die Alkoholexzesse ihres Vaters, die Anwesenheit ihrer harschen Großmutter und, zu guter Letzt, schafft sie es, die Aufgaben in ihrem Survival-Kit zu bewältigen. Doch als Will ihr nicht zur Seite steht, als sie es am meisten bräuchte, verliert sie ihn innerhalb weniger Minuten. Kann sie ihm das verzeihen? Dass sie statt seiner Hilfe die Hilfe ihres Ex-Freundes Chris annehmen muss. Dass er sie im Stich gelassen hat, als sie es brauchte?
Zum Glück ist da aber nicht nur Will, sondern auch Roses Freundinnen Krupa und Kecia helfen ihr über die schwere Zeit hinweg.

Meine Meinung

Ich wollte das Buch nicht mehr aus der Hand legen, habe extra Pausen gemacht, um nicht fertig zu werden und habe mit den Tränen gekämpft, als ich die letzte Seite umgeschlagen habe und auf die Danksagungen gestarrt habe. Dieses Buch ist eines der wundervollsten Bücher, die ich jemals in meinen Händen gehalten habe, und glaubt mir, das waren schon viele. Es ist superschön geschrieben, es gab absolut keine Rechtschreib- oder Grammatikfehler und man versinkt so richtig in der Geschichte. Rose kam mir bald vor, wie eine gute Freundin, so toll waren ihre Gedanken beschrieben. Man kann sich in alle Figuren hineinversetzen, man erlebt die Hochs und die Tiefs dermaßen intensiv, dass man das Gefühl hat, selbst dabei zu sein. Noch dazu ist das Layout einfach wunderschön, die Seitenzahlen sind in einer eleganten Schrift geschrieben, die sich deutlich vom Text abhebt, genauso die Kapitelüberschriften, die nicht einfach nur Überschriften sind, sondern Lieder, die auch noch was mit der Geschichte zu tun haben und die hinten noch mal alle aufgelistet sind.

Kurz und gut: Ich bin begeistert von diesem Buch und empfehle es jedem, absolut jedem weiter!

Carla (15)

Donna Freitas: Wie viel Leben passt in eine Tüte?, ab 13 Jahre, Gabriel-Verlag, 397 Seiten, 18,95 €, ISBN: 978-3-522-30312-5

 


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