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Indiana Jones IV
 

Es musste sein. Die Trilogie hat nicht ausgereicht. Indiana Jones brauchte unbedingt eine Fortsetzung. Wie jedes Auto vier Räder hat, musste auch dieser Film einen vierten Teil haben. Wenn man aus dem Kino rauskommt bei „Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels“ ist man sich da nicht mehr so sicher ob nicht doch drei Räder genügt hätten.

Der Film spielt Jahre später als der letzte Film aufgehört hat und zwar im Jahr 1957. Professor Henry Indiana Jones, gespielt wieder von Harrison Ford, wird von Russen gefangen genommen und gezwungen mit zu helfen den so genannten Kristallschädel zu finden, der zu einer legendären Stadt aus Gold führt. Das ist die gesamte Geschichte, eine einfache Abenteuergeschichte. Ähnlich einfach aufgebaut waren ja auch die anderen drei Teile vom Grundgedanken. Aber beim vierten Teil fehlt einfach alles, abgesehen von den Schauspielern. Mit dabei natürlich Harrison Ford, außerdem Karren Allen, die schon im ersten Teil Marian Ravenwood gespielt hatte, Shia LaBeouf spielt seinen Sohn Mutt und Kate Blanchet spielt die böse Russin. Spätestens bei der Hälfte des Films ist eigentlich Schluss. Da wird das Ganze abstrus-dämlich, schlecht gespielt und man muss sich wundern, was da ablief. Der ganze Film ist im Grunde Mist, angesichts dessen, was Indiana Jones einstmals war. Wer sich diesen Glanz bewahren will, lässt lieber die Finger vom vierten Teil. Ansonsten hat man ein bisschen Spaß, schön ist es die Musik mal wieder zu hören und Harrison Ford mit der gewohnten Synchrostimme wieder zu sehen. Bei Karren Allen hat man leider nicht die alte Synchrostimme wieder gefunden, was ein bisschen schade ist. Die Schlangenphobie wird wieder auf sehr witzige Weise eingebaut: als sie aus Treibsand gerettet werden müssen, wirft Mutt ihm, weil er kein Seil findet, eine lange Schlange zu, an der er sich festhalten soll. Das sind komisch entwickelte Slapsticks, über die man auch lachen kann. Die Dialoge sind nicht ganz so schlecht, wie man sonst gehört hat. Aber im Großen und Ganzen zieht sich der Film hin. 

Er wurde auf Filmmaterial aus den sechziger Jahren gedreht, damit er die Wirkung der alten Indiana Jones-Filme hat. Auch auf CGI-Effekte wollte Spielberg weitestgehend verzichten, da war wohl George Lukas sehr ärgerlich. An vielen Stellen merkt man das leider auch, dass mehr Kulisse ist als Film. Wenn der Film eher für das Publikum der damaligen Zeit gedreht wurde, so sind wir doch auch inzwischen in der Erwartungshaltung so einen Film mit etwas modernerem Aufwand zu sehen. Da hätte man den Film gleich in schwarz-weiß drehen sollen mit entsprechenden Knistereffekten, dann wäre es besser gewesen. So entwickelt er sich zu einem echten B-Movie. Am Schluss erinnert er an die Untertassen-Filme der 50er Jahre, die aus Papptellern bestanden. Schade. In der Mitte des Films, als Indiana Jones im Treibsand steckt und rausgezogen wird, da versinkt der Film und geht unter.

Der letzte Indiana Jones-Film liegt ja schon 27 Jahre zurück und da wieder anzuknüpfen gelingt bei den wenigsten Geschichten. Wahrscheinlich dachten sich die Macher, die Leute werden sich das Interesse halber mal ansehen und das bringt dann doch Geld ein. Kate Blanchet tut sich das an, weil sie endlich mal einen Bösewicht spielen wollte und die Rolle zugeschanzt bekam. Genauso ärgerlich, dass die Schurken Russen sind, Spielberg wollte nämlich nach „Schindlers Liste“ nichts mehr mit Nazis drehen. Er hat keine Lust mehr gehabt, die als Blödmänner darzustellen. Das hat schon zu leichten internationalen Konflikten geführt: Russland hat sich beschwert auf welche Art die Russe dargestellt werden.

Ich hoffe dass sich der Kinozuschauer auf jeden Fall bei Stephen Spielberg und George Lukas beschwert, weil dieser Film wirklich ein Verbrechen ist.

USA 2008, D.: David Koepp, R.: Steven Spielberg, 122 Min., FSK: ab 12 Jahren

(Radio Neckar - Supreme im Freien Radio für Stuttgart)

 


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