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Public Enemy No. 1 – Mordinstinkt
 

Der Film basiert auf der Geschichte von Jacques Mesrine. Von 1959 bis zu seiner quasi offiziellen Erschießung 1979 ließ er in seiner Heimat Frankreich und auch in Kanada nur seine eigene abstruse Moral und Gesetze gelten und wurde zum Staatsfeind Nr. 1 erklärt. Die Öffentlichkeit nahm den Popstar des Bösen mit Schaudern und Faszination wahr. Fast vier Stunden benötigte der Regisseur Jean-François Richet um alle Stationen und vor allem Taten und zahlreiche Ausbrüche zu verarbeiten. Die logische Konsequenz war darum das Split in „Mordinstinkt“ und den zweiten Teil „Todestrieb“, der im Mai in die Kinos kommt.

Hauptdarsteller Vincent Cassel ist für die Rolle des über alle Maßen ambivalenten, brutalen Mörders hervorragend geeignet. Sein fieser Blick ist sein Markenzeichen. Geht es darum psychotische Dreckskerle darzustellen, findet man kaum bessere Schauspieler. Gleich in den ersten Szenen, die das absolute Ende zeigen, beeindruckt, wie ernst Cassel die Rolle genommen haben muss. Er näherte sich der Optik des echten Mesrine an. Unfassbar fett und unattraktiv sieht er da aus, kennt man ihn doch eher schlank und sehnig. Als Jacques Mesrine1959 aus dem Algerienkrieg nach Frankereich zurückkehrt, ist er das noch. Der erste Teil bebildert, wie aus dem Soldat aus bürgerlichem Haus ein Verbrecher wurde. Einer, der Respekt und Achtung für sich einfordert. Wer sich weigert wird geschlagen, misshandelt, lebendig begraben. Selbst seine hübsche Ehefrau, die er während eines Spanienaufenthaltes heiratet, und mit der er zwei Kinder hat, bekommt seine unberechenbare innere Wut zu spüren. Er ist förmlich bereit, alles und jeden zu töten, der ihm in die Quere kommt. Im Krieg wurde er auf unbarmherzige Weise darauf getrimmt, sein Mordinstinkt ist einfach nicht mehr abzuschalten. In Frankreich schließt er sich einem Unterweltsboss – passend besetzt von Gérard Depardieu – an. Als das Pflaster zu heiß wird geht er mit einer skrupellosen Komplizin nach Kanada, wo die Geiselnahme eines Milliardärs zu seiner Verhaftung und in einen Hochsicherheitstrakt führt, in dem er von nicht weniger brutalen und sadistischen Wärtern misshandelt wird. Es gelingt ihm jedoch mit einem kanadischen Komplizen zu fliehen und weitere Morde zu begehen. Ende von „Mordinstinkt“. Jacques Mesrine ist nun der Öffentlichkeit ein Begriff und bekommt den ungünstigen Status Staatsfeind Nr. 1.

Licht und Schatten begleiten die ersten beiden Stunden aus dem Kinoleben Jacques Mesrines. Vincent Cassel ist die Idealbesetzung. Er verkörpert diese üble Figur mit dem nötigen Charme, ohne den nicht glaubhaft wäre, dass immer schöne Frauen an seiner Seite sind. Unglücklich ist manchmal die simple Anneinaderreihung von Taten. Es fehlt dabei oft die schlüssige Verzahnung. Soll es wirklich so gewesen sein? War Mesrine tatsächlich ein Mann, der seiner jungen Frau eine Pistole in den Mund hält, und ihr damit sagt, dass er sie jederzeit umbringen würde? Konnte dieser Mann wirklich mit seiner kleinen Tochter Händchen haltend spazieren gehen? Klar gibt es derartige Charaktere. Leider wurde aber nicht am psychologischen Profil gearbeitet, wurde außer einer Schlüsselszene im Krieg nicht ausreichend darauf eingegangen, warum jemand so kompromisslos, egoistisch und hemmungslos sein kann. Deshalb ist der Film brutal und auf konsequente Art fesselnd, aber nicht so intensiv, wie er sein könnte. Da bin ich diesbezüglich auf den zweiten Teil gespannt. "Public Enemy No. 1 - Mordinstinkt": durchaus empfehlenswert.

F/I/CA 2008, D. Jean-François Richet, Abdel Raouf Dafri, R.: Jean-François Richet, 114 Min.

(Radio Neckar - Supreme im Freien Radio für Stuttgart)

 


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