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Star Trek – Die Zukunft hat begonnen
 

Im elften Star Trek-Kinofilm wurde ziemlich viel neu gemacht. Zum einen ein anderer Regisseur, keiner von der klassischen Crew aus dem Team um Gene Roddenberry. Die sind alle weg und übrig geblieben ist nur der Hinweis „based on a story of Gene Roddenberry“. Das hat jetzt J. J. Abrams, der Macher von „Lost“, „Alias“, „Fringe“ und „Mission: Impossible 3“ in die Hand genommen. Star Trek XI beginnt in einer Zeit, als Kirk gerade geboren wird. Ein riesiges außerirdisches Raumschiff kommt daher und vernichtet die völlig unterlegene USS Kelvin – Ameise trifft auf Elefant. Der Film springt dann etliche Jahre weiter und zeigt uns einen kinderhaften Kirk, 10 oder 11 Jahre, der ein bisschen Unsinn treibt und springt dann weiter zu einem 18-/19-Jährigen. Da beginnt die eigentliche Geschichte. Das fremde Raumschiff taucht wieder auf. Das hat nur eine Aufgabe, nämlich Spock, Kirk und Pike zu finden. Dazu muss man wissen, dass in der ersten Folge von Star Trek im TV 1966 Christopher Pike der erste Captain der Enterprise gewesen ist. Wir erleben Kirk, wie er sich auf der Sternenflottenakademie bewirbt, wie er dort ein paar kleine Abenteuer erlebt, sowohl mit Frauen wie auch in der Ausbildung und wie er mit seinen späteren Freund Spock immer wieder aneinander gerät. Stück für Stück werden alle Besatzungsmitglieder der klassischen Serie eingeführt und auch ihre Marotten dargestellt, alles nur in Ansätzen: Pille, der Schiffsarzt fängt an sich über Spock zu ärgern; wir kriegen das „faszinierend“ von Spock zu hören; der etwas lockere Captain Kirk, der einem mal geschwind auf die Schulter schlägt oder Spock kurz auf die Backe haut; Chekov mit einem extrem russischen Akzent, den nicht einmal der Computer versteht; Sulu, der als Fechter eingeführt wird; Uhura als absolutes Vollweib, ein bisschen dünn geraten; und Scotty (gespielt von Simon Pegg, den wir in „Shaun of the Dead“ und „Hot Fuzz“ gesehen haben, ein langjährig bekannter Komiker aus Großbritannien, der inzwischen auch um die 40 Jahre ist, aber er sieht immer noch wie unter 30 aus) kommt von einer Eiswelt auf die Enterprise. Diese Crew nimmt es mit diesem fremden Raumschiff auf und gewinnt letzten Endes auch, irgendwie aber doch nicht. Es ist ein interessantes Ende. Es gibt einen Vorfall, der dazu führt, dass man alle Serien und alle Kinofilme wegwerfen müsste. Aber der Film ist angeblich als Zweiteiler angelegt und wie man das wieder hinbekommt sehen wir dann wahrscheinlich in Star Trek Nr. 12.

Von der Technik und der Art und Weise wie der Film gemacht kann man einerseits sagen, dass Star Trek zum ersten Mal lebendig, glaubwürdig und menschlich aussieht. Wenn man sich „Voyager“ oder „The Next Generation“ ansieht, dann ist das alles unglaublich gestakst und mit einem riesigen moralischen Zeigefinger. Dieser Überbau, der erdrückend, vollkommen unrealistisch und nicht mehr glaubwürdig war, ist heraus gefallen. Es agieren wieder lebendige Wesen und nicht irgendwelche Blaupausen und Schablonen. Deshalb wurde das Star Trek-Universum von vielen anderen belächelt, weil es so unrealistisch war in vielerlei Hinsicht. Andererseits kann man das auch als Mangel betrachten. Es ist ein Actionfilm, den man auch als Mission Impossible Teil 4 oder als James Bond-Thriller nehmen könnte. Es fehlt das typische Star Trek-Feeling. Die Star Wars-Filme haben mehr moralische Integrität, als dieser Star Trek-Film. Es sind zwar durchaus die klassischen moralischen Elemente dabei: in der Anfangssequenz opfert sich der Vater von Kirk für das ganze Team. Anstatt zu sagen „Ich verschwinde jetzt mit der Rettungskapsel und guck, dass ich meine Haut rette“, nimmt er den aussichtslosen Kampf mit dem fremden Riesenschiff auf und versucht so viele Menschenleben wie möglich zu retten. Und auch die Rekrutierung von Kirk junior ist moralisch recht aufgeblasen mit der Rede von Pike „Dein Vater hat dieses und jenes gemacht, du kannst das auch“. Das sind zwei kurze Einzelfälle in diesem Film, aber nichts, was die Hauptgeschichte durchdringt. Die Spezialeffekte erinnern sehr schön an „Star Wars Episode III“, weil es überall stark vor sich hinwuselt, es ist richtig Action dahinter. Die Art und Weise, wie man in den Subraum, in die Überlichtgeschwindigkeit rüberwechselt, ist ganz toll gelöst worden. Die Enterprise ist allerdings das hässlichste Schiff, das man in dem ganzen Film sieht. Und es ist unglaublich, wie sich so ein riesiges Raumschiff so agil bewegt, das sieht nicht besonders realistisch aus. Die USS Kelvin, die gleich am Anfang platt gemacht wird, sieht deutlich besser aus mit den Gondeln über und unter der Waffensektion, die sieht aus wie aus „The Next Generation“, viel moderner, als die ganzen anderen Schiffe, die später auftauchen, viel schöner und realistischer. Die Enterprise ist eher ein Störfaktor in diesem Film, der deutlich moderner aussieht, als dieses Schiff von außen wirkt.
Der beste Weg sich eine eigene Meinung zu bilden ist, ins Kino zu gehen und sich den Film selber anzusehen.

USA 2009, D.: Alex Kurtzman, Roberto Orci, R.: J.J. Abrams, 127 Min., FSK ab 12 Jahren

(Radio Neckar - Supreme im Freien Radio für Stuttgart)

 


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