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Verdammnis
 

Das Interesse, wie es beim Millennium-Magazin und vor allem mit der punkigen Hackerin Salander weitergeht, war bei vielen enorm. Der zweite Film „Verdammnis“ knüpft nahtlos an „Verblendung“ an. Stimmig ist auch ihn erst nach einem halben Jahr zu sehen. Denn die athletische sinnliche Frau mit dem harten Kämpferherz gönnte sich eine Auszeit in der karibischen Sonne um dann nach einigen Monaten wieder nach Stockholm zurückzukehren. Sie überläßt ihre alte Wohnung einer Freundin und mietet sich in einer Luxusvilla ein – Geld scheint für die gerissene Hackerin kein Problem zu sein. Klar, dass auch ein Besuch bei ihrem Vormund Bjurman nicht fehlen darf. Mit seiner eigenen Pistole in der Hand erinnert sie ihn mit Nachdruck an die Vereinbarungen. Dass sie dabei ihre Fingerabdrücke hinterläßt, wird ihr später zum Verhängnis. Beim Millennium-Magazin meldet sich unterdessen ein Journalist mit Recherchen über einen schwedisch-russischen Mädchenhandel. Mikael Blomkvist ist natürlich an einer engen Zusammenarbeit interessiert, warnt seinen Kollegen aber auf Grund eigener Erfahrungen vor unbelegten Anschuldigungen. Als genau dieser Journalist und seine Freundin ermordet aufgefunden werden, nimmt das Schicksal seinen Lauf. Die Tatwaffe ist nämlich die von Salander-Vormund Bjurman. Fingerabdrücke plus psychisch auffällige gewalttätige Vergangenheit plus ein Motiv reichen für die Polizei um die umtriebige Schwedin als Täterin zu verdächtigen. Und als auch Bjurman tot gefunden wird, ist alles klar: dreifacher Mord. In ihrem alten Partner und Freund Blomkvist hat sie allerdings einen smarten Akteur, der daran nicht glaubt und persönlich motiviert eigene Nachforschungen anstellt. Das Duo, jeder auf seine Weise, dringt nun immer tiefer in die dunklen Machenschaften vor und besonders für Lisbeth Salander wird es ein gefährlicher und unangenehmer Trip in ihre Vergangenheit. Hatte der erste Teil noch eine eher konventionelle Handlung ist “Verdammnis“ verwinkelter und komplexer in seiner Struktur. Das macht es nicht ganz einfach mit allen genannten Namen immer gleich etwas anfangen zu können. Die Hauptfiguren sind diesmal wieder getrennt. Der Fokus liegt aber eindeutig auf Salander. Die nebulösen Einspielungen von „Verblendung“ werden aufgeklärt. Man erfährt Lisbeths Schicksal und lernt zu verstehen warum diese Frau so unnachgiebig agiert. Und das tut sie wieder mit aller notwendigen Brutalität, um ihre Ziele zu erreichen. Was in „Kill Bill“ lächerlich leichtfüßig wirkt, ist hier echte Verkörperung weiblicher Rache. Mit Daniel Alfredson führt ein anderer die Regie und das merkt man durchaus. Im ersten Drittel des Kinofilms bewegt sich der Mittelteil der Trilogie nur auf höchstem Fernsehkriminiveau. Statt mit den visuellen Elementen eines Kinofilms zu fesseln ist es eine Chronologie von Fakten, die durch Dialoge abgespult wird. Nur durch die ambivalente beeindruckende Präsenz von Noomi Rapace, die mit ihrer Figur der Lisbeth Salander noch mehr als in „Verblendung“ geradezu verschmilzt, entsteht Tiefe. Vielleicht bin ich aber auch noch durch den ersten Teil gesättigt hinsichtlich Daten, Fakten und Personen im schwedischen Zwielicht. Aber der Streifen entwickelt sich positiv, wird optisch vielschichtiger, gewinnt an Atmosphäre. Düsterer Film noir wechselt sich zeitweise sogar mit einer des Alltags entfernten geheimnisvollen James Bond-Stimmung ab. Ich bin gespannt auf „Vergebung“, den dritten Teil der Stieg-Larsson-Trilogie. Er soll auch noch in diesem Jahr zu sehen sein. Meistens sind es der Start und das Ende, die stärker in Erinnerung bleiben. Auch „Verdammnis“ lohnt den Kinobesuch definitiv – den ersten Teil muss man dafür allerdings kennen. "Verdammnis" aktuell im Kino – Daumen nach oben.

S 2009, D.:Jonas Frykberg, R.: Daniel Alfredson, 129 Minuten, FSK: ab 16

(Radio Neckar - Supreme im Freien Radio für Stuttgart)

 


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