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Rückkehr nach Mittelerde
 

Über die Geschichte muss nur berichtet werden, um zu erläutern, was gegenüber der Romanvorlage verändert wurde, denn mit drei Stunden für den ersten von drei Filmteilen konnten die ersten sechs Kapitel von Tolkiens Buch nahezu vollständig in Szene gesetzt werden. So bekommt der Hobbit Bilbo Beutlin, Onkel des späteren Helden des „Herrn der Ringe“, Frodo Beutlin, Besuch von einer Zwergenschar um Thorin Eichenschild, denen der Zauberer Gandalf den biederen Auenländer als notwendigen Begleiter für das Abenteuer der Wiedererlangung des Zwergenschatzes aus den Klauen des Drachen Smaug empfohlen hatte. Entgegen seiner gemütlichen Grundstimmung und der Skepsis der Zwerge schließt sich der Hobbit tatsächlich der verwegenen Schar an. Als erstes geraten sie in die Pranken von drei Trollen, denen sie dank der List des Hobbits und dem versteinernden Sonnenlicht knapp entkommen. Verstärkt um ein paar legendäre Elbenschwerter aus dem Hort der diebischen Unholde ziehen sie weiter. Nun tritt der in der Buchvorlage nur nebenbei erwähnte Zauberer Radagast auf, der auf die gruselige Veränderung des Grünwalds zum Düsterwald durch den dunklen Schatten hinweist, den ein Nekromant auf das Land wirft, der Tote beschwören kann und hinter dem der finstere Sauron des Herrn der Ringe steckt. Früher als im Buch begegnet die Zwergenschar jetzt schon den Orks auf ihren wölfischen Wargen, die Azog ausgesandt hat, der noch eine Rechnung mit Thorin offen hat, obwohl er laut Tolkien bereits von dessen Vetter erschlagen worden war. Vor dem Angriff der Unwesen fliehen sie in das elbische Bruchtal des Herrn Elrond. Hier werden nicht nur weitere Runen auf der Schatzkarte der Zwerge enträtselt, sondern auch Rat zwischen Gandalf, Elrond, der Elbin Galadriel und dem obersten Zauberer Saruman gehalten, wobei letzterer bereits als womöglich illoyaler zweifelnder Zauderer erscheint, dessen Ansichten man getrost übergehen kann. Auf dem Weg durch die Nebelberge geraten die Abenteurer in die Gefangenschaft der Orks, die sie in den Berg verschleppen, wo Bilbo von den anderen getrennt wird. Zufällig findet er einen Ring und begegnet dem schleimigen Gollum. Er besiegt ihn zwar im Rätselduell besiegt, aber als der lichtscheue Geselle dahinterkommt, dass er seinen Schatz gefunden hat, will er ihn umbringen, anstatt ihn, wie vereinbart aus dem Berg zu führen. Rechtzeitig entdeckt Bilbo, dass der Ring unsichtbar macht und wird von Gollum unbeabsichtigt ans Tageslicht geführt. Auch Gandalf und die Zwergenschar haben sich ihren Weg in die Freiheit freigeschlagen und wiedervereinigt müssen sie sich erneut gegen auf Wargen reitende Orks unter Azogs Kommando wehren. Vor der Übermacht fliehen sie in die Bäume, die von den Wargen aber zu Fall gebracht werden. In der Not tritt Thorin gegen Azog an, der ihm jedoch überlegen ist. Da stürzt sich auch Bilbo mit seinem Elbenschwert in den Kampf und tötet einen der Orks bevor die Abenteurer überraschend von den großen Adlern gerettet werden. Erst nach diesem Kampf erhält Bilbo die Anerkennung der Zwerge.

Die Rückkehr nach Mittelerde ist optisch gelungen. Peter Jackson nutzt die 3 D-Technik, um die Schauplätze wie Bruchtal oder die Orkhöhle, sowie die zahlreichen Kämpfe zu präsentieren, ohne dass man den Eindruck hat, dies sei nur technischer Selbstzweck.
Allerdings ist der Regisseur in das Mittelerde seiner Herr der Ringe-Trilogie zurückgekehrt, nicht in das noch eher märchenhafte Mittelerde des Kleinen Hobbit. So hat er Azog als persönlichen Feind Thorins eingeführt, um mehr „Action“ zu bieten, und in Vorwegnahme von Sarumans Verrat an der guten Sache, wird er bereits in dieser Geschichte als nicht vertrauenswürdig dargestellt. Verliert der Film dadurch etwas Wichtiges? Ja, er verliert die Gelegenheit, auf der Reise zum Einsamen Berg inne zu halten und mit den Zuschauern verschiedene Möglichkeiten des weiteren Weges zu erwägen. Er verliert die Vieldeutigkeit der Situationen, auf die Zwerge und der Hobbit anders reagieren, wodurch die Notwendigkeit der Teilnahme Bilbos an der Expedition plausibel wird, der als weiterer Haudrauf nur ein kleiner vierzehnter Zwerg wäre. Stattdessen hängt der Wert eines Mannes (Zwergs, Hobbits) davon ab, ob er ein Kämpfer ist. Dabei sind die ständigen Kampfszenen in einem Film mit Überlänge auf die Dauer ermüdend und die Dialoge, wo nicht auf Tolkiens Vorlage zurückgegriffen werden kann, arg schwülstig.
Es tut dem Film also nicht gut, die vermeintliche Erwartung des erwachsenen Zielpublikums an der Kasse nach oberflächlicher Action zu befriedigen und auf erzählerische Tiefe zu verzichten. Aber vielleicht ist es auch das, was Peter Jackson am besten kann und was die Produzenten von ihm erwartet haben.

Thomas Hauptmann

USA/NZ 2012, D.: Peter Jackson, Philippa Boyens, Frances Walsh, Guillermo del Toro, R.: Peter Jackson, 169 Min., FSK: ab 12 Jahren

 


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