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  Reisen
 
Über die Alpen nach Italien
 

Die Verbindung von Thusis in der Schweiz über den Splügen-Pass nach Chiavenna in Italien ist bereits in römischen Karten verzeichnet und diente bis zum Ende des 19. Jahrhunderts, bevor die Eisenbahnverbindung durch den Gotthard eröffnet wurde, als wichtiger Handelsweg, auf dem Waren von Säumern auf Eseln, Pferden und Wagen zwischen Süddeutschland und Italien transportiert wurden.

Namentlich bekanntestes Teilstück ist wohl die Via Mala durch die Schlucht des Hinterrheins zwischen Thusis und Zillis, aber auch die Lage von Chiavenna im Veltlin erinnert schnell an die lobenswerten Veltliner Weine. Es handelt sich nicht um eine Wanderung in alpiner Bergeinsamkeit, sondern größtenteils auf einer auch heute noch von Straßen genutzten Trasse, auf denen man bei schlechtem Wetter auch mal im Postbus zum nächsten Etappenort fahren kann, der sich ebenfalls mit dem Transportgewerbe entwickelt hat und vielfältige Übernachtungsmöglichkeiten bietet. Trotzdem ist auf jeder Teilstrecke Trittsicherheit erforderlich. Weitere Informationen zur Via Spluga und die Buchung von Arrangements mit Unterkunft und Gepäcktransport erhält man bei www.viamalaferien.ch. Im folgenden gebe ich einige Hinweise, die mir zur Ergänzung einer guten Vorbereitung hilfreich erscheinen.

Thusis - Zillis

  • Die Variante über die alte Römerroute Veia Traversina am oberen Rand der Via-Mala-Schlucht entlang verlängert die Wegzeit um etwa zwei Stunden. Da muss man gut auf die Zeit achten, wenn man in Zillis noch die Ausstellung über die Deckenbemalung der Kirche St. Martin besuchen will. Die Kirche selbst hat länger geöffnet.
  • Der kostenpflichtige Abstieg in die Via-Mala-Schlucht (5 Franken) verlängert die Wegzeit um etwa eine Stunde, lohnt sich aber, um dem urgewaltig tosenden Wasser ganz nahe zu kommen.

Zillis - Splügen

  • Die Schalensteine hinter Andeer zeigen prähistorische geometrische Muster.
  • Der kostenpflichtige Besuch der Roffla-Schlucht (3 Franken) führt auf einem in mühsamer Handarbeit in den Fels geschlagenen Weg in die enge Schlucht bis hinter den Wasserfall und verlängert die Wegzeit um etwa eine halbe Stunde.

Splügen – Isola/Madesimo

  • Madesimo ist heute ein beliebter Wintersportort und entspricht genau dem Bild, das bei dieser Bezeichnung vor dem inneren Auge entsteht: das alte Ortsbild wurde einem erweiterten Angebot an Unterkunfts-, Verpflegungs- und Ausstattungsmöglichkeiten geopfert. Ich würde das urige Isola direkt am Weg mit viel versprechender Gastronomie vorziehen.

Isola/Madesimo – Chiavenna

  • Wer freiwillig oder unfreiwillig in Madesimo übernachtet hat, muss nicht unbedingt nach Isola fahren, um den Weg fortzusetzen. Man kann auch auf dem mit C2 gekennzeichneten Weg über die Alpe de la Fontana nach Campodolcino wandern, wo man wieder auf die Via Spluga trifft. Dieser Weg geht von der Straße nach Isola vor dem Straßentunnel links ab, steigt zunächst an, neigt sich dann nach Campodolcino hinunter, das man über einen steilen Abstieg erreicht.
  • Wenn der Liro-Fluss nicht nur wenig Wasser führt, muss man ihn nicht ohne Brücke überqueren. Dadurch entgeht einem zwar der Besuch zweier Wallfahrtskirchen, aber man kommt auf schönen Wegen in terrassiertem Gelände trockenen Fußes und mit heilen Knochen am rechten Ufer zur Brücke bei Mese.
  • Informationen über die lokalen Grotti, in denen man gemütlich, regional und günstig essen und trinken kann, bekommt man bei der Touristen-Information.

Nun kann man das dolce vita in bella Italia genießen, weitere Wanderungen unternehmen, zurück in die Schweiz fahren (oder laufen) oder nach Hause fahren. Ich hätte noch einen persönlichen Tipp:

In Casaccia im schweizer Bergell haben 2003 Thomas und Giulia das Hotel und Restaurant Stampa übernommen und bieten außer Hotelzimmern und Matratzenlager eine regionale Küche, die sich durch einfallsreichen Umgang mit den lokalen Produkten und Fleisch von regionalen Biohöfen auszeichnet.

Wer Geschmack gefunden hat an Passüberquerungen auf historischen Pfaden, kann von Casaccia aus den Septimer-Pass nach Bivio unter die Füße nehmen. Das ist eine wenig anstrengende Wanderung, für die man vier bis fünf Stunden benötigt und die beim Aufstieg überwiegend auf Wegen mit jahrhundertealtem Pflaster verläuft, in das die eisenbeschlagenen Räder der Transportkarren ihre Spurrinnen gekratzt haben.

Literatur

  • Z. B. Willi und Ursula Dolder: DuMont Kunst- und Landschaftsführer Graubünden.
  • John Knittel „Via Mala“: der weltbekannte Roman ist auf Grund seines Umfangs nicht unbedingt für unterwegs geeignet.
  • Villém Flusser „Vogelflüge“: die philosophischen Essays zu Natur und Kultur gehen von Phänomenen aus, die uns auf einer Wanderung in den Alpen begegnen: Wege, Täler, Vögel, Regen, Kühe, Gras, Berge, Wiesen, Knospen.
  • Arno Surminski „Malojawind“: die Erzählung spielt zum Teil in Casaccia, das einem nach der Lektüre gleich bekannt vorkommt.

Wenn Sie auch interessante Reiseerfahrungen gemacht haben, würden wir uns freuen, wenn Sie sie uns zur Veröffentlichung zumailen (über die Verwendung entscheidet die Redaktion).

 


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